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Barrierefreiheit9 Min. Lesezeit LesezeitAktualisiert am 08.03.2026

Badezimmer barrierefrei umbauen: Kosten, Förderung und Planung

Ein barrierefreies Bad erhöht nicht nur den Wohnkomfort im Alter, sondern steigert auch den Immobilienwert. Ob bodengleiche Dusche, Haltegriffe oder breitere Türen – in diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Kosten auf Sie zukommen, welche Förderprogramme es gibt und wie Sie den Umbau optimal planen.

Kosten-Überblick: Was kostet ein barrierefreies Bad?

Ein barrierefreier Badumbau kostet 2026 je nach Umfang zwischen 8.000 und 25.000 Euro. Für eine einfache Anpassung mit bodengleicher Dusche und Haltegriffen zahlen Sie zwischen 8.000 und 12.000 Euro. Ein umfassender Umbau mit Vergrößerung der Bewegungsflächen, unterfahrbarem Waschtisch, rutschfesten Fliesen und elektrisch höhenverstellbaren Elementen liegt bei 15.000 bis 25.000 Euro.

Die Kosten hängen stark vom Ausgangszustand des Badezimmers ab. Muss die bestehende Badewanne durch eine bodengleiche Dusche ersetzt werden, sind häufig Arbeiten am Estrich und an den Abwasserleitungen nötig, die den Preis erhöhen. In Altbauten mit Holzbalkendecken kann die Abdichtung und der Bodenaufbau besonders aufwändig sein, was zusätzlich 2.000 bis 5.000 Euro kosten kann.

Für eine vollständig rollstuhlgerechte Ausstattung nach DIN 18040-2 sollten Sie mit dem oberen Ende der Preisspanne rechnen. Diese Norm schreibt unter anderem eine Bewegungsfläche von mindestens 150 x 150 cm vor dem WC und Waschtisch vor sowie eine stufenlose Duschfläche von mindestens 150 x 150 cm. In kleinen Bädern ist ein solcher Umbau oft nur mit einer Grundrissänderung realisierbar.

KfW 455-B Förderung: Zuschuss für den barrierefreien Umbau

Die KfW fördert den barrierefreien Badumbau über das Programm 455-B „Altersgerecht Umbauen – Investitionszuschuss". Für Einzelmaßnahmen zur Barrierereduzierung erhalten Sie einen Zuschuss von 10% der förderfähigen Kosten, maximal 2.500 Euro pro Wohneinheit. Für den Standard „Altersgerechtes Haus" gibt es sogar 12,5% Zuschuss, maximal 6.250 Euro.

Förderfähig sind unter anderem der Einbau bodengleicher Duschen, die Anpassung der Sanitärobjekte, rutschhemmende Bodenbeläge, Stütz- und Haltesysteme sowie die Verbreiterung von Türdurchgängen. Die Kosten für Planung und Baubegleitung werden ebenfalls gefördert. Der Antrag muss vor Beginn der Arbeiten im KfW-Zuschussportal gestellt werden.

Alternativ bietet die KfW den Kredit 159 „Altersgerecht Umbauen" mit einem günstigen Zinssatz und einem Kreditrahmen von bis zu 50.000 Euro pro Wohneinheit. Dieser Kredit kann auch mit dem Zuschuss 455-B kombiniert werden, wenn unterschiedliche Maßnahmen finanziert werden. Zusätzlich bieten viele Bundesländer und Kommunen eigene Förderprogramme an – ein Blick in die Förderdatenbank der KfW lohnt sich.

Was gehört zum barrierefreien Bad?

Das Herzstück eines barrierefreien Bads ist die bodengleiche Dusche. Sie ermöglicht einen stufenlosen Zugang und kostet inklusive Einbau zwischen 3.000 und 7.000 Euro. Wichtig sind rutschhemmende Fliesen mit einer Bewertungsgruppe von mindestens R10 (besser R11) und ein ausreichend dimensionierter Bodenablauf. Eine Duschabtrennung aus Glas mit breitem Einstieg rundet die Lösung ab.

Haltegriffe und Stützsysteme sind unverzichtbar für die Sicherheit. Klappbare Stützgriffe neben dem WC kosten 150 bis 400 Euro pro Stück, durchgehende Haltegriffe an der Wand 80 bis 200 Euro. Achten Sie darauf, dass die Griffe in der Wand ausreichend verankert werden – idealerweise werden bei der Sanierung gleich Montagehilfen in die Wand eingelassen, auch wenn nicht sofort alle Griffe montiert werden.

Breitere Türen sind ein weiterer wichtiger Baustein. Eine lichte Durchgangsbreite von mindestens 80 cm ist barrierefrei, für rollstuhlgerechte Bäder sind 90 cm erforderlich. Der Umbau einer bestehenden Tür kostet zwischen 500 und 2.000 Euro – je nachdem, ob nur das Türblatt getauscht oder die gesamte Zarge verbreitert werden muss. Ein unterfahrbarer Waschtisch ermöglicht die Nutzung im Sitzen und kostet zwischen 800 und 2.500 Euro inklusive Montage.

Planung und Tipps für den barrierefreien Badumbau

Beginnen Sie die Planung mit einer genauen Bestandsaufnahme. Messen Sie die verfügbare Grundfläche aus und prüfen Sie, wo sich Wasser- und Abwasserleitungen befinden. Ein erfahrener Badplaner oder Sanitärfachbetrieb kann Ihnen aufzeigen, welche Maßnahmen in Ihrem Bad realistisch umsetzbar sind und wo bauliche Grenzen liegen.

Denken Sie vorausschauend: Auch wenn Sie heute noch keine Haltegriffe benötigen, lassen Sie bei einer Sanierung die nötigen Wandverstärkungen bereits einbauen. Dieses Prinzip des „vorbereiteten Bads" kostet nur wenige hundert Euro mehr und erspart Ihnen später aufwändige Nacharbeiten. Gleiches gilt für die Elektroleitungen – planen Sie Steckdosen und Anschlüsse so, dass später ein Dusch-WC oder eine Sitzheizung nachgerüstet werden kann.

Holen Sie mindestens drei Angebote von spezialisierten Sanitärbetrieben ein und achten Sie auf Referenzen im Bereich barrierefreies Bauen. Die Ausführungsqualität ist bei einem barrierefreien Bad besonders wichtig – fehlerhafte Abdichtungen bei bodengleichen Duschen können zu teuren Wasserschäden führen. Lassen Sie sich die fachgerechte Abdichtung nach DIN 18534 schriftlich bestätigen und prüfen Sie, ob der Betrieb eine Gewährleistung von mindestens fünf Jahren bietet.

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